Für eine digitale Kultur, die guttut
Der Landesbeirat für das Kommunikationswesen rund um Präsidentin Judith Gögele macht sich für eine respektvolle Kommunikation stark – und trägt darum die Kampagne „Digital ist real“ aus Überzeugung mit.
Judith Gögele, Präsidentin des Landesbeirats für das Kommunikationswesen.
Rund 77 Prozent der Südtirolerinnen und Südtiroler sind laut ASTAT-Erhebung zur Mediennutzung aus dem Jahr 2024 in den Sozialen Medien aktiv. 6 Prozent der Befragten geben an, bereits Hassbotschaften im Internet erhalten zu haben und ebenso viele sahen sich bereits mit falschen, beleidigenden oder peinlichen Inhalten zu ihrer Person konfrontiert. Mit der Kampagne „Digital ist real“ sensibilisieren das Land Südtirol und der Landesbeirat für das Kommunikationswesen, gemeinsam mit über 30 Partnerorganisationen, dafür, dass auch im Internet geäußerter Hass reale Folgen hat für jene, die diesen am Bildschirm lesen.
Besonders besorgniserregend ist, dass vor allem fast 20 Prozent der befragten Menschen im Alter von 14 bis 19 Jahren bereits Hassbotschaften erhalten haben oder mit diffamierenden Inhalten bloßgestellt wurden. „Wir erleben seit Jahren, dass die Schwelle für Beleidigungen, Hass und persönliche Angriffe im Netz sinkt. Was man einem Menschen niemals ins Gesicht sagen würde, wird oft in wenigen Sekunden unter ein Posting geschrieben“, stellt Judith Gögele fest. Gögele ist Präsidentin des Landesbeirates für Kommunikationswesen, der unter anderem für den Kinder- und Jugendschutz in den Neuen Medien zuständig ist.
„Als Kommunikationsbeirat befassen wir uns tagtäglich mit der Frage, wie Kommunikation unsere Gesellschaft prägt. Und kaum ein Bereich verändert unser Zusammenleben derzeit so stark wie die digitale Kommunikation“, weiß die Präsidentin. Der Beirat habe darum auch die Aufgabe eine Kultur der respektvollen Kommunikation zu fördern. Wie das gehen soll? „Indem wir das Bewusstsein schärfen, dass Meinungsfreiheit dort endet, wo die Menschenwürde verletzt, eingeschüchtert oder systematisch herabgesetzt wird. Demokratie lebt vom offenen Austausch unterschiedlicher Meinungen. Aber sie lebt ebenso von Respekt, Verantwortungsbewusstsein und der Bereitschaft, den anderen als Menschen wahrzunehmen.“
Wir alle – Institutionen, Medien, Schulen, Familien und jede und jeder einzelne – tragen Verantwortung dafür, wie unser öffentlicher digitaler Raum aussieht. Judith Gögele erinnert in diesem Zusammenhang an die besondere Rolle, die Journalistinnen und Journalisten einnehmen: „Medien gestalten den digitalen Debattenraum mit: Durch ihre Sprache, ihre Moderation und die Frage, welchen Stimmen sie Sichtbarkeit geben.“ Hass dürfe nicht durch Reichweite belohnt werden, es sei ein gesellschaftlicher Auftrag Betroffene zu schützen – und mit gutem Beispiel voranzugehen: „Wenn wir wollen, dass unsere Kinder in einem respektvollen gesellschaftlichen Klima aufwachsen, müssen wir selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Denn die Qualität unserer Demokratie entscheidet sich heute nicht nur in Parlamenten oder auf öffentlichen Plätzen, sondern auch in den Kommentarspalten unserer Smartphones“, ist die Präsidentin des Kommunikationsbeirates überzeugt. Darum trage man die Initiative aus voller Überzeugung mit, um damit eine digitale Kultur zu schaffen, die der Gesellschaft guttut.
Informationen, Möglichkeiten gegen Hasskommentare vorzugehen und die Kontakte zu den Anlauf- und Beratungsstellen für Betroffene gibt es online unter www.digitalistreal.it.