Wenn Humor und Hass im Netz aufeinandertreffen

Comedy, Alltagsbeobachtungen und überspitzte Figuren aus Südtirol: Mit seinen Videos erreicht Comedian und Content Creator Jakob Messner, bekannt als „Windschnur“, ein breites Publikum. Wo viele Menschen zuschauen, bleiben aber auch kritische oder verletzende Kommentare nicht aus

Jakob Messner, Comedian und Content Creator.

Jakob Messner: Wenn Humor und Hass im Netz aufeinandertreffen

„Hasskommentare bekomme ich schon“, sagt Jakob. Besonders bei Beiträgen zu aktuellen Themen komme es immer wieder zu heftigen Reaktionen. Während auf seinen klassischen Comedy-Videos vergleichsweise wenig negative Kommentare auftauchen, erlebt er auf Plattformen wie Facebook häufiger hitzige Diskussionen. Dort müsse er vereinzelt auch Kommentare löschen.


Oft richten sich die Angriffe dabei nicht gegen ihn persönlich, sondern gegen die Themen oder Figuren, die er darstellt. Manchmal würden Zuschauerinnen und Zuschauer seine Kunstfiguren sogar mit seiner eigenen Person verwechseln. „Die Leute haben nicht immer verstanden, dass das eine Rolle ist“, erzählt der Content Creator.

Große Unterschiede bemerkt Messner zwischen den Plattformen. Facebook sei deutlich konfliktreicher als Instagram. Dort würden Ironie und überspitzte Darstellungen häufiger missverstanden, was schneller zu Streit und beleidigenden Kommentaren führen könne.

Trotzdem versucht er, gelassen zu bleiben. Wenn Menschen Ziel eines Shitstorms werden, rät er dazu, Abstand zu gewinnen und sich bewusst zu machen, dass viele Kommentare anonym verfasst werden. „Die meisten würden einem solche Dinge nie ins Gesicht sagen“, ist Messner überzeugt.

Dass Inhalte missverstanden werden können, gehöre zum Alltag von Menschen, die öffentlich sichtbar sind. Auch ihm sei das bereits passiert. Mit zunehmender Erfahrung habe er jedoch gelernt, besser einzuschätzen, wie Videos bei seinem Publikum ankommen könnten. Provokation um jeden Preis lehnt er dennoch ab: „Man muss keinen Skandal produzieren, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Wenn etwas lustig ist, wird es auch ohne Provokation geklickt.“

Als Content Creator sieht sich Messner nicht bewusst als Vorbild. Dennoch glaubt er, dass die Art und Weise, wie Inhalte gestaltet werden, eine Wirkung hat. Humor könne unterhalten, ohne Menschen gegeneinander aufzubringen. Wichtig sei ein respektvoller Umgang – auch online.

Wer regelmäßig Inhalte veröffentlicht, müsse außerdem lernen, mit Kritik umzugehen. „Man ist immer auch von der Meinung anderer abhängig“, sagt Messner. Nicht jedes Video könne erfolgreich sein, nicht jeder Beitrag gefalle allen. Entscheidend sei, sich davon nicht entmutigen zu lassen.

Als Ausgleich zum digitalen Alltag empfiehlt der Comedian vor allem eines: Zeit außerhalb der sozialen Medien. Natur, persönliche Begegnungen und bewusste Pausen vom Handy würden helfen, Abstand zu gewinnen. „Das Internet ist auch eine Art Parallelwelt“, sagt Messner. Umso wichtiger sei es, das reale Leben nicht aus den Augen zu verlieren.

Informationen, Möglichkeiten gegen Hasskommentare vorzugehen und die Kontakte zu Anlauf- und Beratungsstellen für Betroffene gibt es online unter www.digitalistreal.it. „Digital ist real“ ist eine Kampagne des Landes Südtirol und des Landesbeirates für das Kommunikationswesen in Zusammenarbeit mit über 30 Partnerorganisationen.

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La gentilezza spiazza l’odio